14.03.20

local_hospital Gruppen und Kreise machen Corona-Pause - Brief von Pfarrer Weiß-Trautwein und Anne Kunzi

Blumenwiese

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Gruppen und Kreise der Kirchengemeinde treffen sich nach der Verordnung des Landes Baden-Württemberg bis weiteres nicht mehr. Pfarrer Hans Peter Weiß-Trautwein und Anne Kunzi, Erste Vorsitzende, schreiben dazu an die Mitarbeiterinnen und die Mitarbeiter der Kirchengemeinde Hertmannsweiler-Bürg.

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
wir alle haben es ja inzwischen erfahren: mit der Schließung der Schulen und Kindergärten hat eine neue Stufe der Maßnahmen gegen die schnelle Ausbreitung des Corona-Virus begonnen. Es ist sinnvoll, das Gesundheitssystem zu entlasten. Es ist geboten, vor allem ältere oder auch andere anfällige Personen zu schützen, und wenn sie erkranken, ihnen die bestmögliche medizinische Versorgung zu gewährleisten. Es ist selbstverständlich unsere gemeinsame christliche Verantwortung, ebenfalls alles dafür zu tun.

Die Landeskirche bittet dringend, alle Kreise ausfallen zulassen. Frau Kunzi und ich bitten Sie alle miteinander, dieser Empfehlung zu folgen. Aus Rücksicht auf besorgte und gefährdete Menschen, selbst wenn wir selbst nicht dazu gehören.

Wir sind jedoch der Meinung, dass unsere Aufgabe nicht nur ist, vernünftigerweise unsere Veranstaltungen abzusagen. Anne Kunzi und ich haben daher einen Eilbeschluss gefasst, dass wir als Kirchengemeinde Hilfe anbieten, z.B. für Menschen in Quarantäne Einkäufe zu tätigen (oder Haustiere auszuführen), wenn sie keine Nachbarschaft oder Familie haben, die das für sie erledigen kann. Kontaktadresse ist das Pfarramt 07195-920757.
Wer bereit ist, diesen Dienst mitzutragen, möge sich einfach per E-Mail melden. Ich freue mich richtig, dass schon viele spontan zugesagt haben. Wir sind eine Gemeinde, die eine Krise schafft und die zusammenhält.

Ich weiß, dass viele von uns im Gesundheitswesen, im Rettungsdienst, in der Paulinenpflege, bei entsprechenden Behörden arbeiten und an anderer Stelle mit betroffenen oder besorgten Menschen zu tun haben, auch in Handwerk und in Betrieben. Ich denke, wir stehen alle hinter Ihnen mit unseren Gedanken und Gebeten. Ich wünsche allen viel Kraft, die jetzt vor großen beruflichen, aber auch familiären Herausforderungen stehen.

Am Dienstag hieß der Lehrtext zur Tageslosung (2. Timotheus 1,7):
Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Das ist eine starke Verheißung. Nicht die Furcht bestimmt uns, sondern die Kraft, Energie von Gott. Aber nicht nur Kraft, denn sie kann sich erschöpfen, sondern auch Liebe. Liebe trägt alles, auch die Erschöpften und Kranken und Verzweifelten. Doch auch mit Liebe fehlt noch etwas Wichtiges, denn Liebe ist leidenschaftlich und manchmal blind. Daher das Dritte: Besonnenheit und Vernunft. Sie kann die Kraft sinnvoll einsetzen und steuern. Sie kann der Liebe eine überlegte und verantwortliche Richtung geben.

Wir werden diese Tage mit dem Dreiklang „Kraft und Liebe und Besonnenheit“ mutig und vernünftig anpacken und als Gemeinschaft stark sein, betend und helfend, singend und hoffend.

Gottes Segen aus dem Pfarramt – auch im Namen von Anne Kunzi

Euer und Ihr Hans Peter Weiß-Trautwein